Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dielheim

Diese Chronik wurde anlässlich unseres einhundertjährigen Jubiläums 2009 erstellt.

1909

Die Feuerwehr Dielheim wird gegründet und zieht ins Gerätehaus im Gebäude des Rathauses ein.

 

1910

Laut Schreiben des Bezirksamtes Wiesloch hat die Gemeinde Dielheim zur Anschaffung von Uniformen für die neu gegründete Feuerwehr einen Beitrag von 900 Mark zugesagt. Weitere Beiträge sollen mit vorhandenen Sparkassenüberschüssen gedeckt werden. Der Antrag des Gemeinderats wird jedoch in der Sitzung abgelehnt. Die Gemeinde Dielheim stellt ein Gesuch an die Landesfeuerwehrunterstützungskasse und bittet um Bewilligung eines weiteren Beitrags für die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen. Das Gesuch wird allerdings mit der Begründung abgelehnt, dass die bereits bewilligten Mittel von 400 Mark vollauf ausreichend seien.

1914

Die Abgeordnetenversammlung des Feuerwehrverbandes des Kreises Heidelberg beschließt die Einführung einer Haftpflichtversicherung für Feuerwehrangehörige. Den Gemeindeverwaltungen wird der Abschluss dieser Versicherung auferlegt. Als dafür bestens geeignet gilt die Oberrheinische Versicherungsgesellschaft in Mannheim, wo der Jahresbeitrag pro Mitglied etwa 10 Pfennige beträgt. Zwischenzeitlich ist die Dielheimer Feuerwehr auf 50 Mitglieder gewachsen.

1917

Aufgrund eines Erlasses des Ministeriums des Innern bezüglich Feuerschutz und Feuerlöschwesen wird vom Bezirksamt ein Bezirksbaukontrolleur zum Feuerlöschinspektor für den Amtsbezirk Wiesloch ernannt. Das Amt bleibt befristet besetzt und zwar über die Dauer des Krieges. Die Bürgermeisterämter werden vom gleichen Amt beauftragt darüber zu wachen, dass die Vorschriften der Feuerpolizei beachtet und die Feuerlöscheinrichtungen sowie die Mannschaften in allen Gemeinden in so guter Bereitschaft gehalten werden, wie es möglich ist. Notfalls müssten sowohl Jungmannschaften als auch Mädchen und Frauen zum Feuerwehrdienst herangezogen werden. Sollte eine Aufforderung zur freiwilligen Meldung keinen Erfolg bringen, muss die Heranziehung von jugendlichen Personen ab dem 16. Lebensjahr bis hin zu älteren Männern bis 60 Jahre als Pflichtmannschaft im Zwangswege herbei geführt werden. Die aktuelle Mannschaftsstärke von 54 Männern wird dem Bezirksamt vorgelegt.

1920

Bei der kursorischen Ortsbereisung des Bezirksamtes Wiesloch in Dielheim hört man Klagen darüber, dass weiterhin nur wenige Männer mittlerer und jüngerer Jahre der Feuerwehr beitreten. Deshalb soll bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Feuerwehr geworben werden.

1923

Aus den Akten ist zu entnehmen, dass Josef Anton Ritz 1. Vorstand der Dielheimer Wehr ist, David Wipfler wird sein Stellvertreter.

1928

Der Badische Landesfeuerwehrverband veranstaltet mit Unterstützung der Gebäudeversicherungsanstalt einen eintägigen Kurs für Löschmannschaften und freiwillige Feuerwehren mit einer Aktivstärke von weniger als 50 Mann. Von jeder Löschmannschaft müssen 2 Mitglieder teilnehmen und diese erhalten neben den Fahrtkosten noch eine Verpflegungsdiät von 6 Reichsmark.

1929

Der Dielheimer Gemeinderat erhält ein Schreiben des Deutschen Feuerwehrverbandes e. V. mit der Einladung, als außerordentliches Mitglied dem Verband beizutreten. Der Jahresbeitrag kann selbst bestimmt werden.

1930

Der Verwaltungsrat der Feuerwehr stellt in seiner Sitzung fest, dass folgende Gegenstände dringend benötigt werden: 100 m Schlauch, eine Handhaspel, 25 neue Dienströcke sowie ein Aufbewahrungsständer für Standrohre. Ebenso wird angeregt, die allgemeine Unterstützung von der Gemeinde von bislang 170 Reichsmark auf 200 bis 250 Reichsmark aufzustocken. Es wird um Genehmigung gebeten, ein Trommler- und Pfeiferkorps gründen zu dürfen.

1932

Zwischenzeitlich wird David Wipfler Kommandant, Josef Hofstetter ist sein Stellvertreter.

1933

Der Badische Gemeindeversicherungsverband nimmt die Feuerwehr Dielheim mit 40 Mann in die Unfallversicherung auf. Die jährliche Prämie beträgt 48 Reichsmark zuzüglich 5 % für Versicherungssteuer und Ausfertigungsgebühr.

1934

Die Landesfeuerwehrunterstützungskasse beschließt neue Richtlinien für die Gewährung von Beihilfen. Automobilspritzen, Schläuche und Kupplungen werden zur Hälfte bezuschusst, Motorspritzen, Brandweier und Stauanlagen, sofern sie ausschließlich zu Feuerlöschzwecken dienen, mit 40 %. Der Kauf von Mannschaftsuniformen wird mit einem Zuschuss von 30 % unterstützt.Am Sonntag, den 08. Juni 1934 feiert die Feuerwehr Dielheim ihr 25-jähriges Gründungsfest. 10 Feuerwehrmänner können an diesem Tag für ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft geehrt werden.

 

1935

Die Gemeinde muss an den Landesfeuerwehrverband 25 Reichspfennige pro Jahr und Mann, sowie an den Kreisfeuerwehrverband pro Jahr und Mann 30 Reichspfennige bezahlen.

1936

Ein Erlass des Reichs- und Preußischen Innenministers sieht vor, die Freiwilligen Feuerwehren als öffentliche Feuerwehren anzuerkennen. Wehrführer David Wipfler richtet daraufhin ein Schreiben an den Landrat mit der Bitte, die Dielheimer Feuerwehr, die Mitglied des Badischen Landesfeuerwehrverbandes ist, als öffentliche Feuerwehr anzuerkennen. Vier Wochen später folgt die Bestätigung. Aufgrund eines Erlasses des Ministeriums des Innern wird eine Mustersatzung eingeführt. Die Feuerwehr besteht in diesem Jahr aus 15 Mitgliedern.

 

1937

Alle Feuerwehrfahrzeuge werden nur noch in tannengrüner Polizeilackierung ausgeliefert, die Dielheimer betrifft dies allerdings nicht, da man noch nicht motorisiert wurde. Die Freiwilligen Feuerwehren verlieren ihren Status als Vereine und Verbände, sofern sie nicht, wie auch in Baden und Württemberg, eine Einrichtung der Gemeinde sind.

1938

Auf Weisung des Reichsinnenministeriums stellt der Deutsche Feuerwehrverband, der 1853 in Plochingen gegründet wurde, seine Tätigkeit ein. In Karlsruhe findet der Badische Landesfeuerwehrtag statt. Das Heidelberger Bezirksamt II ordnet an, dass die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren in den Orten mit Luftschutzalarmsirenen und in solchen Orten, die in deren Hörbereich liegen, bis auf weiteres nicht mehr durch Sirenen oder Feuerglocken vorgenommen werden darf. Alarmzeichen, die mit den Signalen der Luftschutzalarmsirenen nicht verwechselt werden können, halten Einzug. Der entsprechende Befehl des Landesfeuerwehrführers im Einvernehmen mit dem Minister des Innern trifft ein. Als Alarmierungsgerät dient neben den bestehenden Weckerlinien einheitlich für das ganze Land das so genannte Martinshorn. Dieses kennzeichnet zusammen mit dem damals noch Dauer-Blaulicht fortan auch die Fahrzeuge der Feuerlöschpolizei. Das Martinshorn hat sich bis heute bewährt und aus dem Dauer-Blaulicht ist inzwischen das Rundumlicht oder auch Blinklicht geworden. Mit der bevorstehenden Einführung des „Gesetzes über das Feuerlöschwesen“ entzieht man den Ländern die Kompetenzen über das Feuerlöschwesen und die Dienstaufsicht geht auf das Deutsche Reich über. Die Eingliederung der Wehr in die Feuerschutzpolizei erfolgt, allerdings müssen die Gemeinden weiterhin für die Kosten ihrer Feuerwehr aufkommen.

1939

In Zeiten der Personalknappheit gewinnt die Frage der nachbarlichen Löschhilfe erhöhte Bedeutung. Diese soll ohne kleinliche Handhabung der Kostenerstattung geleistet werden. Die Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen tritt in Kraft. Den Ortspolizeiverwaltern (Bürgermeister) überträgt man die Verantwortung, in jeder Gemeinde eine schlagkräftige Feuerwehr aufzustellen und für die notwendige Ausrüstung zu sorgen. Die Sollstärke einer Feuerwehr ist festzusetzen. Die in die Wehren eintretenden Mannschaften dürfen nicht jünger als 17 Jahre und nicht älter als 55 Jahre sein. Die Altersmannschaft, die seit Kriegsausbruch wieder aktiv in die Wehr eingetreten ist, bleibt auch bis auf weiteres aktiv. Sie tragen noch die blauen Uniformen, während Berufsfeuerwehren, Feuerwehrbeamte und Sonderverbände grüne Polizeiuniformen erhalten.

1940

Der Kreisfeuerwehrführer sieht für die Feuerwehr Dielheim eine Sollstärke von 70 Mann vor, jedoch hat die Wehr in diesem Jahr nur 30 Mitglieder sowie 4 Männer in der Altersmannschaft. In diesem Jahr sind alle Wehrführer einer Feuerwehr vom Ortspolizeiverwalter zu vereidigen, sofern sie sich nicht zum Dienst an der Front befinden. Der Ortspolizeiverwalter führt im Mai die Vereidigung von David Wipfler durch und meldet Vollzug darüber. In seinem Beisein vereidigt dann der Wehrführer alle übrigen Feuerwehrangehörigen. Die damaligen Zeiten waren streng und militärisch. Wer sich undiszipliniert verhielt oder eine andere politische Einstellung hatte, konnte vom Bürgermeister aus der Feuerlöschpolizei ausgeschlossen werden. Wehrführer David Wipfler erhält für seine Verdienste das Ehrenzeichen der Stufe 2.

1941

Aufgrund der geforderten Mindestsollstärke wird Werbung für die Feuerwehr betrieben und 19 weitere Männer erklären sich bereit, während des Krieges Feuerwehrdienst zu leisten.

1942

Der Chef der Deutschen Polizei im Reichsinnenministerium sendet einen Schnellbrief, in dem es heißt, Feuerwehrmitglieder nicht für den Einsatz im Osten heranzuziehen. Es wird darauf hingewiesen, welche schwerwiegenden Folgen es haben könnte, wenn in Zeiten des Krieges kein ausreichender Feuerschutz mehr gegeben ist. Daraufhin werden noch Bauhandwerker der Jahrgänge 1892 bis 1907 gesucht und auf ihre Tauglichkeit für den Brandschutzdienst geprüft. Angehörige einer Wehr werden angewiesen, bei jeglichem Versuch der Heranziehung zur Arbeit im Osten auf ihre Mitgliedschaft in der örtlichen Feuerwehr hinzuweisen. Die Arbeit der Feuerwehr im Ort wird als sehr wichtig angesehen und innerhalb der Mannschaft herrschen strenge Sitten. Entfernt sich beispielsweise ein Mitglied ohne vorherigen und ausdrücklichen Befehl von der Einsatzstelle, wird sein Verhalten als widerrechtlich angesehen und schwere Bestrafungen nach dem Kriegsrecht konnten folgen. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrführer Ludwig Sauer, Glasermeister in Wiesloch, wird unter anderem für die Ortschaft Dielheim zur ständigen Dienstleistung herangezogen und übernimmt die Aufgaben des Kreisführers, sofern sich diese auf den Außendienst erstrecken. Im Zuge der Notdienstverordnung ergeht eine polizeiliche Verfügung: Männer werden zur Dienstleistung in der Feuerlöschpolizei für die Dauer des Krieges heran gezogen.

1943

Die Dielheimer Wehr wird im Oktober auf 95 Mann aufgestockt, die Sollstärke auf Anordnung des Kreisfeuerwehrführers beträgt 90 Mann. Wehrführer David Wipfler wird nach der Musterung zum Wehrdienst einberufen. Da für ihn aber kein Ersatz in der Feuerwehr vorhanden ist, wird ein Antrag gestellt, ihn vom Wehrdienst zu befreien. Zusätzlich geht eine Namensliste derer an den Landrat, die laut Bürgermeister für die Erhaltung der Schlagkraft der Feuerwehr unentbehrlich sind und somit nicht zum aktiven Wehrdienst einberufen werden sollen.

1944

Die Luftangriffe selbst auf kleine Landgemeinden zeigen, dass die Mannschaftsstärke der örtlichen Wehren für die vielen Einsätze oft nicht ausreicht. Deshalb muss die Ausbildung zum Feuerlöschdienst auf einer breiteren Grundlage erfolgen. Dies bedeutet, dass auch Frauen und Jugendliche bei der Brandbekämpfung mitwirken sollen. Desweiteren wurden noch Maschinisten und Kraftfahrer benötigt. Die erste Tragkraftspritze mit Einachsanhänger wird geliefert.

 

 

1945

Der bisherige Wehrführer wird nach dem Ende des Krieges wegen seiner fortdauernden Mitgliedschaft bei einer Partei als politisch belastet angesehen und seines Amtes enthoben. Sein bisheriger Stellvertreter Josef Griesinger wird als Nachfolger eingesetzt.

 

1946

Mittlerweile beträgt die Mannschaftsstärke der Wehr nur noch 35 Mitglieder. Bürgermeister Johann Rausch nimmt die Verpflichtung des neuen Wehrführers Josef Griesinger vor. Verschiedene Gemeinden beantragen, dass die Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr angeordnet wird, da die bestehenden Freiwilligen Feuerwehren keinen ausreichenden Feuerschutz mehr gewährleisten können. Seit dem Kriegsende im letzten Jahr hat die damalige Freiwillige Feuerwehr Dielheim praktisch aufgehört zu existieren. Die älteren Jahrgänge, aus denen die Wehr hauptsächlich bestand, sind ausgetreten. Die während des Krieges verpflichteten jüngeren Jahrgänge haben ebenfalls ihren Austritt erklärt. Trotz mehrfacher Aufforderung von Seiten der Gemeindeverwaltung und auch aller sonstigen Anstrengungen ist zum freiwilligen Eintritt niemand zu bewegen. Da sämtliche Bemühungen erfolglos sind, beschließt der Gemeinderat die Geburtsjahrgänge 1922, 1923 und 1924 zum Dienst bei der Feuerwehr zu verpflichten. In Dielheim werden daraufhin 50 Personen herangezogen.

 

1947

Die Pflichtfeuerwehr wird aufgelöst. Nach der neuesten Anordnung der amerikanischen Militärregierung gibt es nur noch Berufsfeuerwehren, Freiwillige Feuerwehren und Werkfeuerwehren. Zum 01. Juli legt Josef Griesinger aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Die Geschäfte werden fortan von Anton Beierle wahrgenommen. Nikolaus Daut wird zum Stellvertreter gewählt.

 

1948

Die Sollstärke der Feuerwehr wird nicht mehr erreicht, deshalb soll in einer großzügigen und überzeugenden Weise für einen Beitritt geworben werden. Die Gemeinde wird vom Landratsamt aufgefordert, die Erhebung einer Feuerschutzabgabe zu prüfen.

 

1949

Aufgrund mehrerer Einsatzfälle bei Dunkelheit und zur Sicherstellung ausreichender Beleuchtung wird empfohlen, mindestens 4 Wachsfackeln vorzuhalten. Der Einwand, lieber elektrische Handscheinwerfer beschaffen zu wollen, schlägt fehl, da diese zum damaligen Zeitpunkt nicht erhältlich sind.

1950

Laut Rundschreiben lassen die Übungsbesuche der Wehrmänner bei vielen Feuerwehren sehr zu wünschen übrig. In einer Reihe von Gemeinden gibt es noch alte Pflichtfeuerwehren, jedoch wird gegen das dauernde unentschuldigte Fehlen nichts unternommen. Die Fehlenden sollen künftig durch den Kommandanten und im Wiederholungsfalle durch die Gemeindeverwaltung eindringlich verwarnt werden. Bleiben diese Maßnahmen fruchtlos, wird vom Landratsamt eine Bestrafung veranlasst. Bei der Feuerwehr Dielheim sind allerdings alle Übungen gut besucht, so dass keine Maßnahmen ergriffen werden müssen.

1951

Der Spielmannszug wird gegründet. 27 Männer finden sich zusammen, um mit Trommeln, Fanfaren und Trillerpfeifen unter der Leitung von Tambour Fritz Eberle mit ihrer Musik zu erfreuen.

1952

Der Deutsche Feuerwehrverband wird in Fulda neu gegründet und der Badische Feuerwehrverband in Achern.

1953

Edwin Wipfler wird stellvertretender Kommandant.

1955

Der Nordbadische Feuerwehrverband wird gegründet. Nach einem Erlass des Regierungspräsidiums Nordbaden findet in Aalen im Juli der 1. Baden-Württembergische Landesfeuerwehrtag statt. Weitere Fortschritte macht auch die Technik, eine Tragkraftspritze TS 8/8 nennt die Feuerwehr nun ihr Eigen. Auch der Spielmannszug bittet um weitere Ausstattungen und benötigt Fanfaren und Trommeln.

1956

Anton Beierle tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bei den Neuwahlen an und wird in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt. Sein Nachfolger wird Edwin Wipfler, der Stellvertreter heißt Reinhard Schmidts.
1957

Es beginnt auch die Zeit der Motorisierung. Ein VW-Bus als Tragkraftspritzenfahrzeug ist nun der ganze Stolz der Wehr.

1959

Im Juni feiert die Feuerwehr Dielheim ihr 50-jähriges Bestehen.

 

1961

Edwin Wipfler und Reinhard Schmidts werden bei der jährlichen Versammlung wiedergewählt.

1963

Man denkt an den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Zuge des Baus der Grund- und Hauptschule. Auf Grund eines Erlasses des Innenministeriums wird das Feuerwehrleistungsabzeichen in den Stufen Bronze, Silber und Gold eingeführt. Wilhelm Miksch löst Reinhard Schmidts ab und wird stellvertretender Kommandant.

1965

Die Feuerwehr zieht um: nach Fertigstellung der neuen Schule erhält dort auch die Wehr ihre damals moderne Unterkunft und weiht die Räume im Sommer ein. Nach fast 60 Jahren verlässt man also das alte Spritzenhaus im Rathausgebäude.

 

1966

Im Jahre 1966 setzt sich die Vorstandschaft der Dielheimer Feuerwehr wie folgt zusammen: 1. Kommandant Edwin Wipfler, 2. Kommandant Wilhelm Miksch, Schriftführer Albert Wipfler, Kassier Adam Klotzbücher. Die Verwaltungsratsmitglieder sind: Markus Knopf, Herbert Gangl, Karl Ramp, Lorenz Rieger, Karl Gangl und Hans Pfaff. Es gibt insgesamt 23 aktive Mitglieder sowie 3 passive. Der Ausflug führt in diesem Jahr nach Kochendorf ins Salzbergwerk. Im Sommer beteiligt sich die Feuerwehr bei der 1200 Jahre-Feier der Gemeinde Dielheim und nimmt unter dem Motto „ Die alte Feuerwehr und die moderne Feuerwehr“ am Festumzug teil.

1967

Auf Initiative von Heinz Engler wird nach Rücksprache mit dem Verwaltungsrat im Jahr 1967 die Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen. Jugendliche der Jahrgänge 1955 und 1956 werden in der Schule angesprochen, ob sie Interesse an der Feuerwehr haben und es finden sich 11 Jungs zusammen. Anlass der Gründung ist unter anderem, dass es in den umliegenden Gemeinden schon Jugendabteilungen in den Wehren gibt. Heinz Engler wird als Initiator auch der 1. Jugendfeuerwehrwart in Dielheim. Trotz seines noch jungen Alters von 16 Jahren versteht er es, seine gleichaltrigen Kameraden für die Feuerwehr zu begeistern und erste Übungen mit dem Hydrantenwagen werden gemacht.

 

1968

Eine Gruppe der Dielheimer Wehr meldet sich für die Leistungsübungen des Kreises Heidelberg an, um das bronzene Leistungsabzeichen zu erlangen. Ein Pokalwettkampf der Jugendfeuerwehren des damaligen Landkreises Mannheim findet in Altlußheim statt und die Dielheimer Gruppe belegt hier den 2. Platz.

1969

Zum 60-jährigen Jubiläum erhält die Feuerwehr ein weiteres Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, dessen Weihe durch Pfarrer Martin Walter vorgenommen wird. Hier zeigt sich die Jugendabteilung auch mit ihrer neuen, einheitlichen Kleidung, den blauen Diensthemden und Käppis. Der Spielmannszug wird aufgelöst.

1970

Am Sommertagszug beteiligt sich die Jugendfeuerwehr mit einem eigenen Motivwagen und macht im selben Jahr bei der Schule eine Schauübung.

1972

In Böblingen wird der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg gegründet. Eine Gruppe der Jugendfeuerwehr legt die Prüfung zur Leistungsspange ab. Zwei Mitglieder dieser Abteilung fahren zum internationalen Feuerwehrtreffen nach England. Edwin Wipfler wird erneut zum Kommandanten gewählt und erhält mit Heinz Engler einen neuen Stellvertreter, der das Amt von Wilhelm Miksch übernimmt.

 

1973

Die Jugendfeuerwehr soll mit Kombiübungsuniformen ausgestattet werden. Auch die 6 Mitglieder, die in diesem Jahr 18 werden und zur aktiven Mannschaft wechseln, müssen neu eingekleidet werden. Dem Antrag wird im Rahmen des Haushaltsansatzes zugestimmt. Im Herbst des Jahres 1973 beschließen die Ministerpräsidenten und der Bundeskanzler die Einführung des flächendeckenden „Notruf-73-Systems“. Dies ist der Björn Steiger-Stiftung zu verdanken und seither gibt es die kostenlosen Notrufe 112 und 110. Mit dieser Direktwahl zur Feuerwehr und zur Polizei können die Hilfsorganisationen auf schnellstem Weg alarmiert werden. Mittlerweile gilt dieser Notruf in über 30 europäischen Ländern.

1975

Ewald Ebert wird zum stellvertretenden Kommandanten gewählt, nachdem Heinz Engler zur Bundeswehr eingezogen wird und dieses Amt nicht weiter ausführen kann. Neue Aufgaben erfordern neue Technik und so beantragt man den Kauf einer Rettungsschere. Die Gemeinde stimmt der Beschaffung zu. Auch die Festlichkeiten kommen nicht zu kurz und so findet im Sommer beim Waldspielplatz das 1. Waldfest statt.

1976

Der Verwaltungsrat der Feuerwehr Dielheim beantragt folgende Neuanschaffungen: 5 Ausgehuniformen, 5 Dienstuniformen inkl. Helme, Hakengurte und Stiefel, da aus der Jugendfeuerwehr 5 junge Männer in die aktive Abteilung kommen. Weiterhin beantragt man 10 B-Schläuche sowie 10 C-Schläuche und 4 Maskenlautsprecher für die Atemschutzgeräteträger. Als Übungsobjekt für die Jahreshauptübung dient in diesem Jahr die Dielheimer Kirche. Die Lehrfahrt führt die derzeit 30 Mitglieder zur Werkfeuerwehr BASF nach Ludwigshafen.

1977

Bei der Hauptversammlung wird angeregt, ein neues Fahrzeug als Ersatz für das Tragkraftspritzenfahrzeug zu beschaffen. Laut TÜV ist der VW-Bus zwar noch fahrfähig, aber nicht mehr einsatztauglich. Im September übernimmt Bruno Fischer die Leitung der Jugendfeuerwehr, bei der momentan 12 Jungen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Die Jahreshauptübung findet bei der Apotheke statt und die Lehrfahrt geht zum Kernkraftwerk Philippsburg. In diesem Jahr berichtet Kommandant Edwin Wipfler über 5 Einsätze.

1978

Ende der siebziger Jahre stimmt der damalige Gemeinderat der Anschaffung dringend benötigter neuer Uniformen zu. Der Kauf eines Spreizers als Ergänzung zum vorhandenen Unfallrettungssatz wird allerdings abgelehnt. Im Anschluss an die Jahreshauptübung im September bei der Firma Mayr im Industriegebiet findet der Kameradschaftsabend im Weißen Rössel statt. Jugendfeuerwehrwart Bruno Fischer verzeichnet erstmals Mädchen in seiner Abteilung, 4 sind es an der Zahl. Mit 11 Einsätzen hat sich die Zahl zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

1979

Im April wird mit den Renovierungsarbeiten im Feuerwehrhaus begonnen, bei denen die ehrenamtliche Eigenleistung der Kameradinnen und Kameraden vorbildlich ist. Erfreuliches hört man auch aus den Reihen der Jugendfeuerwehr. Die Jungs und Mädchen bestehen die Prüfung zur Leistungsspange. Der Jahresausflug führt nach Lofer in Österreich. Im Oktober stellt die Gemeinde einen Zuschussantrag für den Kauf eines Tanklöschfahrzeuges TLF 16 sowie einer Sprechfunkanlage als Grundlage zur kommenden „stillen Alarmierung“. Sirenenalarm ruft die Mitglieder zur Jahreshauptübung beim Sägewerk Ebert in die Talstraße. Ziel der diesjährigen Lehrfahrt ist die Feuerwehr Ulm und man unternimmt eine zweitägige Fahrt nach Paris.

1980

Nachdem im Frühjahr das Gerätehaus fertig renoviert ist, überweist die Gemeinde der Feuerwehr 800 DM als Dank für die geleisteten Arbeitsstunden und für das benötigte Material. Ein weiterer Schritt in eine Modernisierung zeichnet sich ab. Die Beschaffung von Funkmeldeempfängern ist in Planung. Die Kameradinnen und Kameraden unternehmen mit ihren Familien eine Pfingstfahrt nach Holland. Die erste gemeinsame Jahreshauptübung mit der Nachbarwehr Horrenberg-Balzfeld findet statt. Für den Umweltschutz setzt sich die Jugendfeuerwehr vorbildlich ein. Auf Grund der erhöhten Rohstoffpreise für Papier finden erstmals Altpapiersammlungen statt. Dieses wird an eine Recyclingfirma verkauft und der Erlös daraus fließt in die Jugendarbeit.

 

1981

Es ist soweit: nach der Bewilligung des Landeszuschusses werden in Dielheim als letzter Gemeinde im Unterkreis Wiesloch Meldeempfänger eingeführt. Somit stellt man auf die stille Alarmierung um. Im Zuge eines Sonderinvestitionsprogramms wird der Beschaffung von Funk im Gemeinderat zugestimmt, um die Einführung des bundeseinheitlichen Feuer-Notrufs 112 in der Gesamtgemeinde zu ermöglichen. Die Funkanlage im Wert von 60000 DM übergibt Bürgermeister Bruno Gärtner im Gerätehaus. Ebenso werden für die Fahrzeuge 8 Funkgeräte des Typs FuG 10 gekauft. Die Feuermelder am Dielheimer Rathaus sowie am Gerätehaus bleiben aber weiterhin in Betrieb. Bei den Neuwahlen auf Führungsebene gibt es keine Änderungen. Edwin Wipfler wird als Kommandant bestätigt, Ewald Ebert als sein Stellvertreter ebenso. Demnach kann Edwin Wipfler im November 1981 stolz auf 25 Jahre als Kommandant der Dielheimer Feuerwehr zurückblicken und wird dafür während des Kameradschaftsabends im Weißen Rössel gebührend geehrt. In seinem Jubiläumsjahr zählt er 55 Mitglieder, die 15 Einsätze bewältigen und auch die Jugendfeuerwehr ist auf 19 Mitglieder angewachsen, unter denen sich 5 Mädchen befinden. Die Planungen für den Kauf des Tanklöschfahrzeuges TLF 16, welches damals zunächst angedacht ist, gehen in die nächste Runde. Als Alternative entscheidet man sich für ein Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 und einen Mannschaftstransportwagen. Der Verwaltungsrat berät über die Anbringung von Gittern an den rückwärtigen Fenstern des Gerätehauses, um weiteren Einbrüchen vorzubeugen und beschließt eine Wochenendfreizeit in Oberkirch im Schwarzwald.

1982

Im November dieses Jahres löst Jürgen Förderer den bisherigen stellvertretenden Kommandanten Ewald Ebert ab. Da in dieser Zeit der Gedanke an eine saubere Umwelt auch innerhalb der Wehr ein wichtiges Thema ist, wird die „Aktion sauberer Wald“, federführend durch die Jugendfeuerwehr, zusammen mit der aktiven Wehr durchgeführt. Nicht nur für unseren Gemeindewald ist dieses Projekt eine gute Sache, sondern auch die Jugendlichen lernen früh, welchen Schaden in den Wald geworfener Unrat für die Natur und die darin lebenden Tiere bedeutet. Bei der TÜV-Prüfung wird das Tragkraftspritzenfahrzeug, der VW-Bus, endgültig ausgesondert.

1983

Zu einem Discoabend lädt die Jugendfeuerwehr im Mai in die Kulturhalle ein. Die Ergebnisse der langwierigen Fahrzeugplanungen sieht man im Spätsommer: im Rahmen einer Feierstunde am 10. September findet in der Kulturhalle die Übergabe des Tanklöschfahrzeuges TLF 8/18 sowie des Mannschaftstransportwagens durch Bürgermeister Bruno Gärtner statt. Die kirchliche Weihe liegt in den Händen von Pfarrer Johann Eustachi. Endlich steht die Wehr auch in Sachen Fortbewegung gut da und zählt zu einer der am besten ausgerüsteten Feuerwehren im Umkreis. Die beiden Fahrzeuge können schon zuvor bei der Jahreshauptübung  „Dielheimer Rathaus in Flammen“ von der Bevölkerung bewundert werden. Die Jugendfeuerwehr veranstaltet eine Unterkreisübung bei der Grund- und Hauptschule, an der sich viele Jugendwehren aus den umliegenden Gemeinden beteiligen und ihr Können unter Beweis stellen. Bürgermeister Bruno Gärtner berichtet bei der Jahreshauptversammlung, dass in Dielheim keine Feuerwehrabgabe erhoben wird und es in Zukunft einen gemeinsamen Kommandanten für die beiden Gemeindewehren geben soll. Der dreitägige Ausflug geht an Pfingsten nach Fiss in Tirol.

1984

Wir befinden uns im Jahr 1984 und die Feuerwehr begeht ihren 75. Geburtstag. Vier Tage lang feiert die Bevölkerung im Juni unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Bruno Gärtner in einem großen Festzelt. 45 Wehren beteiligen sich sonntags am großen Umzug durch die Straßen, die gesäumt sind von vielen Zuschauern. Dank des abwechslungsreichen Programms für Jung und Alt ist die Veranstaltung ein voller Erfolg. Während des Festaktes am Freitag wird auch das vom Badischen Gemeindeversicherungsverband gestiftete Jubiläumsgeschenk durch Direktor Dr. Brandau übergeben: eine Tragkraftspritze TS 8. Der 1. Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Josef Kokott, ehrt Bruno Gärtner beim Jubiläumsfestakt für seine Verdienste um die Feuerwehr Dielheim mit dem Ehrenzeichen der Stufe II in Silber. Heinz Engler erhält das Feuerwehrehrenzeichen als Gründer der Jugendfeuerwehr Dielheim. Bürgermeister Gärtner überreicht die Ehrenpräsente für 35 Dienstjahre an folgende Kameraden: Edwin Wipfler, Markus Knopf, Albert Wipfler, Ewald Laier, Heinrich Sauer und Bruno Ramp. Für allgemeines Interesse sorgt samstags die Geräteausstellung gefolgt von einem Tanzabend mit Unterhaltungsmusik. Abgerundet wird das Fest mit einem traditionellen Dorfabend der örtlichen Vereine. Die Feuerwehr erwägt, wieder einen Spielmannszug zu gründen.

1985

Kommandant Edwin Wipfler stellt an die Gemeindeverwaltung einen Antrag auf Erweiterung des Gerätehauses, denn mittlerweile sind die Platzverhältnisse für die Einsatzfahrzeuge nicht mehr ausreichend.Die Mitgliederzahl beträgt insgesamt 65, davon sind 42 Männer und Frauen bei den Aktiven sowie 23 bei der Jugendfeuerwehr. 11 Einsätze weist die Statistik auf.

 

1986

Bei den Vorstands-Neuwahlen im Februar übernimmt Jürgen Förderer das Amt des Kommandanten, an seiner Seite fungiert als Stellvertreter Peter Laier. Eine besondere Ehrung erhält in diesem Jahr Edwin Wipfler. Im Rahmen einer Feierstunde in der Kulturhalle erfolgt im Oktober beim Kameradschaftsabend die Ernennung zum Ehrenkommandanten durch Bürgermeister Bruno Gärtner. In Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Dielheimer Feuerwehr wird er durch den Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Josef Kokott für 30 Dienstjahre an der Spitze der Feuerwehr mit dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Die Jugendfeuerwehr führt erneut eine „Aktion sauberer Wald“ durch. Jugendwart Bruno Fischer erhält beim Kameradschaftsabend für seine langjährige und überaus erfolgreiche Arbeit mit dem Feuerwehrnachwuchs die Floriansplakette aus den Händen von Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Pohl. Der Ausflug geht zum wiederholten Mal nach Lofer in Österreich. Die dortige Feuerwehr, zu der eine anhaltende Freundschaft besteht, feiert ihre Gerätehauseinweihung und die Dielheimer Wehr nimmt am Festumzug teil. Zu einem Besuch der Werkfeuerwehr Merck in Darmstadt dient die Lehrfahrt, an der auch wieder die Partner der Wehrangehörigen teilnehmen. Die Mitgliederzahl wächst auf 48 Aktive an, 6 Frauen finden ebenfalls Spaß am Feuerwehrdienst.

1987

Wiederum etwas Besonderes bietet sich im Folgejahr. Der damalige Bürgermeister Bruno Gärtner erhält vom Kreisfeuerwehrverband die Ehrenmedaille für seine hervorragende Leistung auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens. Bei der Gemeinde wird ein Antrag auf Beschaffung eines hydraulischen Rettungsgerätes für technische Hilfeleistungen gestellt und man gibt dafür die alte Rettungsschere in Zahlung. Nach Abzug des Erstattungspreises für das alte Gerät stimmt der Gemeinderat diesem Kauf im Restwert von 15.000 DM zu. Die derzeit 47 Mitglieder, davon 6 Frauen, bewältigen 25 Einsätze, was damals einen statistischen Höchststand bedeutet. Auch auf der Liste der Jugendabteilung stehen erfreulicherweise 2 Mädchen. Im Umlauf befinden sich mittlerweile schon 17 Meldeempfänger für die stille Alarmierung. Die Kulturhalle ist Treffpunkt der Kommandanten des Rhein-Neckar-Kreises zu deren Dienstbesprechung.

1988

13 Mal wird die Feuerwehr zu Notfällen gerufen. Längst bestehen diese nicht mehr nur aus der Brandbekämpfung, sondern auch immenses Fachwissen auf dem Gebiet der technischen Hilfeleistung ist gefordert. Die neuen Gerätschaften hierfür können zur Rettung von Menschenleben eingesetzt werden. Wieder kommen Mädchen aus der Jugendwehr in die aktive Abteilung.

1989

Nachdem das Feuerwehrhaus bei der Schule für die Fahrzeuge inzwischen zu eng geworden ist, denkt man nach wie vor an eine Veränderung der Unterkünfte, genauer gesagt an einen Gerätehaus-Anbau. Es soll ebenfalls eine Garage mit Aufenthaltsraum für das DRK Dielheim gebaut werden, aber es bleibt erst einmal bei den Planungen. Voran schreitet allerdings die Beschaffung von 12 neuen Funkgeräten für die Gemeindewehren, zurückgestellt wird aber das Einsetzen eines nach dem Feuerwehrgesetz vorgesehenen Gesamtkommandanten. Die beiden Abteilungen sind sich einig, dass man darauf so lange als möglich verzichten soll. Zur Jahreshauptübung wird am 02. September alarmiert. Beim Düngemittellager der Raiffeisengenossenschaft in der Brückenstraße findet die Großübung statt, bei der auch wieder die Bevölkerung zuschaut.

 

1990

28 Einsätze stehen auf dem Statistikkonto der Feuerwehr. Diese ist auf 51 Aktive, davon 5 Frauen, angewachsen und auch die Jugendfeuerwehr zählt 5 Mitglieder mehr als im Vorjahr. Mit der Anschaffung eines Borgward Baujahr 1960 hält ein Oldtimer Einzug. In erster Linie soll er zum Transport von Einsatzkräften dienen, aber auch einen kameradschaftlichen Zweck erfüllen. Für die Restaurierung opfern viele Mitglieder unzählige ehrenamtliche Stunden.

 

1991

Große Hilfsbereitschaft zeigt die Feuerwehr bei der Russlandhilfe. Neben anderen Helfern wie der Feuerwehr Horrenberg, dem DRK Ortsverband sowie den Pfarrgemeinden St. Cyriak Dielheim und Heilig Kreuz Balzfeld werden 7 Tonnen für diese Hilfsaktion zu Gunsten der hungernden Menschen in Russland gesammelt und als sogenannte Care-Pakete verschickt. Der Zuschussantrag für einen Vorausrüstwagen wird gestellt, jedoch vom Regierungspräsidium sowie vom Landkreis abgelehnt. Nach derzeitigen Bestimmungen wird ein Vorausrüstwagen nur bei Stützpunktfeuerwehren als notwendig betrachtet. Bei den Neuwahlen der Kommandanten werden Jürgen Förderer und sein Stellvertreter Peter Laier bestätigt.

1992

Zum 25-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Dielheim, einer der ältesten Jugendfeuerwehren, findet im September ein großes Fest auf dem Schulgelände statt. Die Jugendabteilung informiert über ihre Arbeit, führt eine Bereichsübung durch und dem offiziellen Teil in der Kulturhalle folgt ein Discoabend.

 

1993

Die erste Umweltaktion in Sachen „Baum- u. Naturschutz“ geht an den Start. Als Ersatz für die bis 1992 sehr erfolgreich durchgeführten Altpapiersammlungen engagiert sich die Jugendfeuerwehr bei den Baumscheibenhackaktionen, die sich speziell auf die Pflege von neu angepflanzten Anlagen in Dielheim beziehen. Die Gemeinde erhält einen Zuschussbescheid für die Beschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF 8/6, welches im Frühjahr noch bestellt wird. Der Notruf 112 läuft ab sofort direkt bei der Feuerwehrleitstelle in Heidelberg auf. Dies gewährleistet eine noch schnellere Alarmierung der Wehren im Rhein-Neckar-Kreis. Natürlich finden auch wieder Ausflüge statt, so geht´s vier Tage in den Bayrischen Wald nach Langenfurt, einen Tag nach Stuttgart zur Internationalen Gartenausstellung und im November einen Tag in den Schwarzwald zur Vollmersmühle.

1994

Die Auslieferung des Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 verzögert sich. Eine Werksbesichtigung bei Mercedes Benz in Wörth bringt neue Einblicke in die Fortschritte der Autoindustrie und somit auch wichtige Erkenntnisse für die Feuerwehr bei Verkehrsunfällen. Im April steht die Moselfahrt an und die Feuerwehr verbringt zwei Tage in Traben-Trabach.

 

1995

 Nach langen Planungen läuft ein neues Projekt an: es beginnt der Bau des  Gerätehauses in der Industriestraße. Den Wonnemonat Mai hat man sich ausgesucht für einen Ausflug nach Wien, dort verbringen die Mitglieder mit ihren Familien vier Tage. Ein Kurzausflug geht nach Amorbach. Verstärkung bekommt im Juni der Fuhrpark. In einer feierlichen Weihe wird das nagelneue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 übergeben. Im Zuge dieser Anschaffung wird das alte Löschgruppenfahrzeug mit der Vorbaupumpe nach Ungarn zur Partnerwehr abgegeben.

1996

Bei den Wahlen gibt es in der Vorstandstandschaft einen neuen stellvertretenden Kommandanten: Günter Miksch löst Peter Laier ab. Die Spinde im Feuerwehrhaus bei der Schule werden geräumt, denn das neue Domizil ist für den Einzug fertig. Im Rahmen des Floriansfestes im Juni findet die Einweihung des Gerätehauses statt. Die Schlüsselübergabe erfolgt durch Bürgermeister Bruno Gärtner und die Segnung der Fahrzeuge ergeht durch Pfarrer Heribert Leider. Bei der am selben Tag nachmittags stattfindenden Unterkreisübung auf dem Gelände der Firma Draht-Mayr wird erneut der Ernstfall geübt, nachdem man vormittags tatsächlich einen zum Glück vergleichsweise kleinen Brandalarm zu bewältigen hatte. Der Busfahrer bringt die Feuerwehrangehörigen dieses Mal in den hohen Norden und zwar nach Delmenhorst bei Bremen. Auf der Rückfahrt ist auch noch Zeit für einen Besuch im Vogelpark Walsrode. Der restaurierte Borgward-Oldtimer wird für 3000 DM an Mall-Bräu verkauft.

1997

Nachdem Jürgen Förderer sein Amt als Kommandant abgibt, wird Günter Miksch als Nachfolger für 5 Jahre gewählt, Stellvertreter wird der bisherige Gerätewart Peter Ramp. Zur Verbandsversammlung gastiert im Oktober der Kreisfeuerwehrverband in der Kulturhalle. Der Jahresausflug führt über Pfingsten nach Ungarn an den Plattensee.

1998

Im Mai 1998 verschlägt es die Feuerwehrmitglieder mit ihren Familien vier Tage lang nach Pfunds am Dreiländereck in Österreich. Eine Tragkraftspritze TS 8/8-Ultraleicht wird gekauft, jedoch wird von Seiten des Rhein-Neckar-Kreises mitgeteilt, dass der benötigte Vorausrüstwagen nicht bezuschusst wird. Da ein Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr aber in der technischen Hilfeleistung und da hauptsächlich bei Verkehrsunfällen liegt, gehen die Überlegungen für diese dringend erforderliche Beschaffung in eine neue Richtung: das Fahrzeug soll durch Spenden finanziert und von den Mitgliedern selbst und ehrenamtlich ausgebaut werden.

1999

Ein Jahr später ist es soweit und wieder ist das Floriansfest Rahmen eines besonderen Ereignisses. Bürgermeister Gärtner übergibt den aus Eigenmitteln und Spenden finanzierten Vorausrüstwagen. Pfarrer Heribert Leider führt wieder die Weihe des Fahrzeugs durch, welches in mehr als 1000 freiwilligen Arbeitsstunden von einigen Kameraden ausgebaut wurde und somit auf dem neuesten Stand der Technik im Bereich Hilfeleistung ist. Thomas Gangl wird Jugendfeuerwehrwart, nachdem Bruno Fischer dieses Amt fast 22 Jahre lang sehr erfolgreich bekleidete. Durch seine Jugendarbeit wuchsen viele gute Feuerwehrfrauen- und männer heran, die bis heute der Wehr treu geblieben sind. Stellvertretender Jugendwart wird Ralf Lutz. Als Reiseziel hat man sich Lauterbrunnen in der Schweiz ausgesucht und eine Lehrfahrt zum Elektrizitätswerk in Forbach im Nordschwarzwald findet ebenfalls statt. Die Feuerwehr erhält Einsatzkleidungen der neuesten Vorschriften: die Einsatzjacke „Jäger 90“, wie sie in Feuerwehrkreisen kurz genannt. Das Millenium beeinflusst auch die Feuerwehren. Da man wegen des Jahrtausendwechsels nicht nur Computerprobleme erwartet, werden die Wehren in erhöhte Alarm- und Einsatzbereitschaft versetzt. Jedoch sind keine nennenswerten Störungen zu verzeichnen.

2000

Im September gibt es erneut einen Wechsel an der Spitze der Jugendfeuerwehr. Ralf Lutz übernimmt diese Abteilung, da Thomas Gangl beruflich einige Jahre im Ausland verbringt. Die Jahreshauptübung läuft dieses Mal auf dem Gelände der Mühle Ebert ab. Bei der Lehrfahrt zum Kernkraftwerk Philippsburg wird die Feuerwehr neben einer Werksführung auch auf die Gefahren des Stroms im Einsatzfall hingewiesen. Nach Bayern zieht es die Mitglieder in Sachen Jahresausflug. München selbst sowie ein Besuch der Bavaria-Filmstudios und des Viktualienmarktes stehen auf dem Programm.

 

2001

Große Begeisterung herrscht an Fasching bei der 1. Feuerwehr-Prunksitzung. Viele Närrinnen und Narren kommen maskiert und bester Laune ins Gerätehaus. Ein eigens einstudiertes vierstündiges Programm mit Büttenreden und Musikbeiträgen sorgt für ausgelassene Stimmung, die bis in die frühen Morgenstunden anhält. Gesellig ist es auch auf der zweitägigen Fahrt nach Fischbach im Schwarzwald. Die Lehrfahrt führt zur BASF nach Ludwigshafen, wo uns einsatztaktisches Fachwissen vermittelt wird. Nach 24 Jahren steht in Dielheim wieder eine Bürgermeisterwahl an. Am 02.12. steht bereits im 1. Wahlgang Hans-Dieter Weis als neues Gemeindeoberhaupt fest und die Feuerwehr stellt in Rot, dem Heimatort des neuen Bürgermeisters, traditionell den so genannten Bürgermeisterbaum. Die Gemeinde stellt einen Zuschussantrag für die Beschaffung eines Gerätewagen-Transport, der in erster Linie bei Einsätzen wie Ölspuren oder Hochwasser die Gerätschaften vor Ort bringen soll.

2002

Bei der Verabschiedung von Bürgermeister Bruno Gärtner im Februar wird ihm die Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr Dielheim verliehen. Die stets einwandfreie und freundschaftliche Zusammenarbeit mit ihm dauerte über die ganzen 24 Jahre seiner Amtszeit. Einen Monat später stehen interne Neuwahlen an. Kommandant Günter Miksch und sein Stellvertreter Peter Ramp werden nahezu einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Für 3 Jahre wieder gewählt werden ebenfalls Kassier Andreas Keller, Jugendwart Ralf Lutz, Schriftführerin Susanne Rupp sowie Gerätewart Thomas Mantz. Erstmals in der Geschichte der Dielheimer Feuerwehr legt eine Gruppe die Prüfung zum Leistungsabzeichen in Gold ab. An der Jahreshauptübung „Unfall bei Wartungsarbeiten im Heizraum der Schule“ nimmt auch der Gefahrgutzug der Feuerwehr Rauenberg teil. Bei der Lehrfahrt zur Berufsfeuerwehr Stuttgart-Degerloch zeigt man uns die Gerätschaften und Räumlichkeiten sowie Sonderfahrzeuge. Der Jahresausflug führt zwei Tage nach Regensburg, wo unter anderem eine Donau-Schifffahrt auf dem Programm steht.

 

2003

Neues hält das Jahr 2003 bereit, denn die Gemeinde lädt zur 1. Maibaumaufstellung auf dem Rathausplatz ein. Traditionell ist dies Sache der Feuerwehr und bei Freibier und einem Imbiss findet diese Aktion auch großen Anklang bei der Bevölkerung. Die Zuschussverhandlungen für den geplanten Gerätewagen-Transport nehmen konkretere Formen an, doch leider kommt wegen einer neuen Z-FEU-Richtlinie (Zuwendungen Feuerwehrwesen) im September ein Ablehnungsbescheid. Wiederum gibt es einen gemeinsamen Ausflug mit den Familien der Mitglieder. Dieses Mal führt er für zwei Tage ins Elsass zur Besichtigung eines Schiffshebewerkes. Im Juli übergibt Bürgermeister Hans-Dieter Weis im Feuerwehrhaus den aus Spenden finanzierten Kommandowagen, einen VW-Passat. Den kirchlichen Segen erteilt Pfarrer Leider. Ende Juli ist Dielheim der Austragungsort für die Unterkreisübung unter dem Motto „Brand im Windhof“, an der sich 14 Wehren beteiligen. Im August ist das Rhein-Neckar-Fernsehen zu Gast. Während der Sommertour des RNF life-Teams steht Dielheim im Wettkampf mit anderen Gemeinden und belegt hier einen hervorragenden 2. Platz. Die Feuerwehr leistet hierzu auch einen Beitrag und veranstaltet ein lustiges Wettspritzen mit dem Bürgermeister. Die Lehrfahrt zu den Audi-Werken in Neckarsulm findet ihren vorweihnachtlichen Ausklang auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt.

2004

Auf Grund der finanziellen Lage beschließt der Gemeinderat eine auch die Feuerwehr betreffende Haushaltssperre von 10 %. Die neue Feuerwehr-Richtlinie AA3 wird eingeführt. Diese Ausbildungsanleitung ergänzt die Festlegung der Feuerwehr-Dienstvorschrift „die Staffel im Löscheinsatz“ und ist fortan in Baden-Württemberg gültig. Wegen fehlender Geldmittel erhält die Feuerwehr erneut eine Ablehnung bezüglich des Kaufs eines Gerätewagen-Transport. Die Feuerwehrmannschaft zieht es ans Wasser und so fahren die Mitreisenden an die Weser ans Steinhuder Meer. Das Motto für die Jahreshauptübung lautet „Chemieunfall in der Leimbachtalschule“, bei der die Grund- und Hauptschule den Schauplatz bildet. Beim Kameradschaftsabend erhalten drei Kameraden der Altersmannschaft ihre Ehrung für sagenhafte 55 Jahre Dienst zum Wohl der Allgemeinheit, dies sind Edwin Wipfler, Albert Wipfler und Ewald Laier. Kameraden der Flughafenfeuerwehr Frankfurt zeigen den Ausflüglern auf der Lehrfahrt ihre Wache, die Startbahn West und ein Besuch des Weihnachtsmarktes bildet auch bei dieser Reise den gemütlichen Abschluss.

2005

Die Örtliche Einsatzleitgruppe, kurz ÖEL-Gruppe, wird ins Leben gerufen. Einige Mitglieder aus den beiden Wehren Dielheim und Horrenberg-Balzfeld tun sich unter der Leitung von Kommandant Günter Miksch zusammen, um sich bei Einsätzen gegenseitig auf dem Gebiet der Einsatzleitung, des Funkverkehrs und der Einsatzdokumentation zu unterstützen. Kurz vor Jahresende geht die Lehrfahrt zur Werkfeuerwehr der Daimler-Chrysler AG in Rastatt.

2006

Die erste Brandmeldeanlage der Gemeinde wird im Alten- und Pflegeheim „Haus Schönblick“ in Betrieb genommen. Als vorbildlich ist hier auch zu verzeichnen, dass in allen Zimmern Rauchmelder installiert sind und trotz der immensen Kosten das Thema Brandschutz im Altenheim ganz groß geschrieben wird. Bei der Jahreshauptübung „Werkstattbrand im Bauhof“ kann die Bevölkerung hautnah testen, wie sich ein Innenangriff in einem verrauchten Gebäude anfühlt und welche Gefahren dort lauern. Der alte Mannschaftstransportwagen muss ausgemustert oder generalüberholt werden. Da die Reparaturkosten dafür aber sehr hoch sind, plant man neben eines Gerätewagen-Transport auch einen neuen Mannschaftstransportwagen. Jedoch wird die Anschaffung dahin gehend überdacht, eines der Fahrzeuge gebraucht zu kaufen, um Kosten zu sparen.

2007

Bei den Neuwahlen im März wird Kommandant Günter Miksch bereits zum 3. Mal in seinem Amt bestätigt. Unterstützung erhält er vom neuen Stellvertreter  Ralf Lutz, der ebenso noch als Jugendfeuerwehrwart fungiert. Hier wird Stefan Rausch Stellvertreter. Der Festausschuss wird gegründet und besteht aus folgenden Mitgliedern: Günter Miksch, Susanne Rupp, Nathalie Huber, Ralf Lutz, Eva Rauch, Bernd Wolbert, Thomas Gangl, Andreas Hofstetter, Stephan Schemenauer und Martin Schemenauer. Auch Ehrenkommandant Edwin Wipfler gehört der Runde an. Im Juni übergibt Bürgermeister Hans-Dieter Weis beim Floriansfest die beiden Fahrzeuge, einen neuen Mannschaftstransportwagen und den aus Spenden finanzierten gebrauchten Gerätewagen-Transport. Pfarrer Heribert Leider und Pfarrer Christof Binder von evangelischer Seite nehmen die Segnung vor. Der Ausflug geht in diesem Jahr nach Bad Windsheim ins Freilandmuseum. Kommandant Günter Miksch wird beim Kameradschaftsabend vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Manfred Mayer für 25 Jahre Feuerwehrdienst geehrt und erhält neben einer Urkunde auch das Ehrenzeichen in Silber. Bürgermeister Weis überreicht ein Geschenk der Gemeinde und ehrt ebenso Andreas Keller, der 17 Jahre lang als Kassier tätig war.

2008

Das beliebte Floriansfest geht erstmals über zwei Tage. Während samstags ein Barbecue-Grillabend die Gäste verwöhnt, gibt es sonntags eine Fahrzeugausstellung im traditionellen Rahmen. Im Oktober steht die Jahreshauptübung auf dem Dienstplan, bei der nach längerer Zeit mal wieder das Dielheimer Rathaus die Kulisse bildet.

2009

Nach mehr als 2 Jahren Vorbereitung ist es nun so weit: die Freiwillige Feuerwehr Dielheim feiert vom 12. bis 15. Juni ihr 100-jähriges Bestehen.